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Mit Schuhen gegen Wulf

Schuhe-Magazin: Ratgeber, Nachrichten, Infos, Tipps

Bundespräsident Christian Wulff hat es schwer in diesen Tagen. Nicht nur, dass zum Jahresbeginn immer neue Vorwürfe gegen ihn in den Medien veröffentlicht werden – nein, jetzt wurde ihm von einer aufgebrachten Menschenmenge auch noch der Schuh gezeigt. Und das direkt vor seinem Amtssitz, dem Schloss Bellevue.

Am Wochenende der ersten Januarwoche rief der Verein Creative Lobby Of Future zu einer Art Flashmob auf. Die Bevölkerung war aufgefordert, dem Bundespräsidenten den Schuh zu zeigen. Eine Geste, die in arabischen Ländern Missachtung ausdrückt. Organisiert wurde die spontane und ungewöhnliche Protestaktion über die Plattform Facebook. Insgesamt erschienen nach Angaben des Veranstalters mehrere Hundert Personen, die Schuhe in die Luft hielten und damit ihr Missfallen ausdrückten.

Das Schuhezeigen soll als Symbol stehen für eine Rücktrittsforderung. Der Bundespräsident soll sprichwörtliche seine Schuhe anziehen und gehen. Diese Art der missbilligenden Darstellung über Schuhe stammt aus dem arabischen Kulturkreis. Werden dort Schuhe in die Luft gehalten, ist das die Aufforderung zum Gehen und steht stellvertretend für eine Mischung aus Hohn, Spott, Missachtung und Verärgerung. Häufig passiert das bei politischen Reden oder vereinzelt auch bei Pressekonferenzen.

Der Organisator war mit dem Ergebnis der Aktion zufrieden, möchte den Protest aber fortführen. Nun soll dem Bundespräsidenten ein Schuh per Post zugeschickt werden – mit einer Aufforderung zum Rücktritt.

Creative Lobby Of Future ist bereits bei der Affäre um den ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg mit ähnlichen Aktionen aufgefallen. Ein Ziel des gesellschaftlich engagierten Vereins ist es, benachteiligte Menschen zu ermutigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.