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Der Stiefel – rückerobert von Frauen

Damenstiefel

Stiefel waren in der Steinzeit Kleidung für Männer und Frauen. Das scheint auf den ersten Blick keine große Weisheit zu sein. Allerdings ist es so, dass Stiefel mehrere Jahrhunderte lang alleiniges Schuhwerk für Männer waren. Frauen wurden darin nicht gerne gesehen und selbst bis Anfang des 19. Jahrhunderts waren die einzigen gesellschaftlichen akzeptierten Frauenstiefel Reitstiefel.

Das hat sich inzwischen wieder radikal verändert. Frauen trugen Mitte des 19. Jahrhunderts immer häufiger Stiefel. Da sie aus anatomischen Gründen eine schmalere Stiefelform benötigten, entwickelte sich aus einem verkleinerten Männerstiefel immer stärker ein echter Frauenstiefel.

Es dauerte noch etwa bis zum 20. Jahrhundert, bevor die Modewelt für die Dame von Welt auch optisch anspruchsvolle Stiefel designte. Der Stiefel wurde salonfähig und zum Ausdruck von Eleganz, Schönheit und Sex-Appeal. Er hielt damit Einzug in das Angebot der Damenausstatter und wurde immer mehr zum Kleidungsstück für die breite Masse.

Spätestens seit den 1960er-Jahren ist das Thema Stiefel wieder fest in Frauenhand. Mit Aufkommen des Minirocks, der auch mit Stiefeln kombiniert wurde, gewann der Stiefel eine riesige Bedeutung für die Modewelt. Immer mehr Varianten und Formen, Farben und Materialien hielten Einzug in das Design der Stiefel. Damenstiefel waren praktisch, bequem, aber plötzlich in erster Linie auch schick und vor allem sexy.

Das hat sich bis heute nicht geändert. Ob knöchelhoch, eng geschnürt, mit Reißverschluss, kniehoch oder gar über das Knie reichend, ob Boots, Stiefelette oder Reitstiefel. Frauen tragen wieder Stiefel. Und Stiefel sind modisch schwer angesagt!