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Aberglaube und Fußballschuhe – eine unendliche Geschichte

Fussballschuhe

Der Fußballspieler und seine Schuhe – was für Geschichten wurden hier schon geschrieben. Mit keinem anderen Teil seiner Arbeitskleidung geht er so sorgsam, so liebevoll um. Der Fußballschuh war schon immer von Mystischem umgeben, und von einer gehörigen Portion Aberglauben. Es sind nicht wenige Fußballspieler, die sich mit den immer gleichen Ritualen auf ein Spiel vorbereiten. Sie ziehen beispielsweise immer den rechten Schuh zuerst an, betreten ganz bewusst mit diesem als erstem das Spielfeld und haben ihn vorher mit einer ganz speziellen Knüpfart gebunden.

Aberglaube kann auch sehr schmerzhaft und doch zum großen Erfolg führen. Der österreichische Stürmer „Buffy“ Ettmayer, der lange Jahre beim VfB Stuttgart spielte, ist so ein Beispiel. Seine Schuhe waren immer zwei Nummern zu klein. Diese Aussage von ihm ging in die Fußballgeschichte ein: „Ich wollte immer ein Kondom an den Füßen haben!“ Der ehemalige Bomber der Nation, Gerd Müller vom FC Bayern München trug immer die Schuhgröße 41, obwohl sein richtiges Maß eigentlich Größe 38 war.

Normalerweise werden die Fußballschuhe der Bundesligaspieler von einem Mitarbeiter des Vereins geputzt. Jedoch auch nicht immer. So haben verschiedene afrikanische Spieler beim SC Freiburg nach einem Sieg immer noch ein bisschen Rasen an ihren Schuhen gelassen und nur einen Teil gereinigt. Haben sie aber verloren, dann durfte der Zeugwart kein noch so kleines Gräschen übersehen.

Ein paar FussballschuheAm auffälligsten ist der Aberglaube bei den Spielen selbst. Da es keine Vorschriften gibt, welche Farbe ein Fußballschuh haben muss, sieht man wirklich alles, was das Farbenspektrum hergibt. Giovanne Elber, der auch bei Bayern München spielte, trug nur komplett weiße Schuhe – ohne diese hätte er niemals einen Platz betreten. Andere dagegen stehen total auf goldenen Schuhen oder auf ganz rote. Und jeder Spieler verbindet damit die Hoffnung, besonders gut zu spielen oder viele Tore zu schießen. Zwischenzeitlich haben sich die Hersteller von Fußballschuhen diesem Trend angeschlossen und bringen jedes Jahr neue Farbmodelle auf den Markt. Doch möchte ein Fußball-Star zum Beispiel rosa gefärbte Schuhe, weil er Vater eines Mädchens geworden ist, sollen ihm die rosa gefärbten Schuhe noch mehr Glück bringen. Die Schuhfabriken erfüllen auch diesen Wunsch.

Oft sind die Rituale auch mit Arbeit verbunden. Die englische Fußball-Legende Jacky Charlton trieb es auf die Spitze. Vor dem Betreten des Rasen, also wirklich in letzter Sekunde, wechselte er komplett alle Stollen aus. Er vertrat vehement die Meinung, dass man nur so zum großen Torerfolg kommen würde.

Aberglaube kann auch religiöse Ursachen haben. Einer der besten Trainer der Welt, Giovanni Trapattoni, versprüht vor jedem wichtigen Spiel Weihwasser auf die Fußballschuhe, das von seiner Schwester, eine Nonne, gesegnet wurde. Da er unglaublich erfolgreich war, scheint es geholfen zu haben.

Trotz den so genannten modernen und aufgeschlossenen Zeiten heutzutage, hat sich der Aberglaube gut behauptet – wie man durch die Rituale der Fußballer beweisen kann.