Arbeitsschuhe

Wer den vielen Gefahren, die am Arbeitsplatz entstehen können unbeschadet entgehen möchte, wird sich durch die richtige Arbeitskleidung schützen.


Das Wort richtig kommt von Recht und bekommt im Zusammenhang mit gültigen Unfallverhütungs- vorschriften, die Art und Umfang von Arbeitskleidung wesentlich bestimmen, für den einzelnen „Arbeiter“ bei näherer Betrachtung groteske und Kabarett reife Dimensionen.

Arbeitsschuhe sind ein wichtiger Teil von Arbeitskleidung und nehmen in den gültigen Vorschriften und Gesetzen einen entsprechend großen Umfang ein. Berufsgenossenschaften, kommunale Aufsichtsbehörden, Bezirks-, Landes- und Bundesregierung und die Europäische Union versuchen, gerade in Sachen Arbeitsschuhe nichts dem Zufall zu überlassen.

Die Tatsache, dass die ordnungsgemäße Verwendung von vorschriftsmäßigem Schuhwerk zu den Fürsorgepflichten von Arbeitgebern gehört hat in vielen Berufszweigen dazu geführt, dass in den Tarifverträgen festgelegt wurde, wann und in welchem Umfang Arbeitsschuhe zu stellen sind. Arbeitsschuhe sind zwar nicht unerschwinglich, stellen aber einen Kostenfaktor dar, der besonders bei gehobenen Ansprüchen an Passform und Tragekomfort zu Buche schlägt. So verzichtet mancher Arbeitnehmer zugunsten seiner Füße auf die vom Arbeitgeber gestellten Arbeitsschuhe um sich hochwertigere selbst zu kaufen. Selbst modischen Ansprüchen werden die Hersteller heute gerecht, ohne auf Sicherheitsaspekte zu verzichten.
Es wird wohl kaum einem traditionell ausgebildeten Schuhverkäufer gegeben sein, bei der Auswahl der richtigen Arbeitsschuhe zu helfen. Alleine die Vielfalt verschiedenster Arbeitsplätze macht deutlich, welch detaillierte Kenntnisse von Arbeitsabläufen und den daraus resultierenden Gefahren nötig sind, um die Auswahl der korrekten Fußbekleidung treffen zu können. Ob Küchen- oder Operationspersonal in Krankenhäusern, Chemie-, Forst-, Bau- oder Stahlbearbeitung, Elektro- oder Gasinstallation bis hin zu Personal von Rettungsdiensten und Feuerwehr, jede berufliche Tätigkeit ist direkt betroffen. Da wird neben den Anforderungen an die Leitfähigkeit, Wärme- und Kälteisolierung, Widerstandsfähigkeit bei Wärmekontakt, Rutschhemmender Wirkung und/oder Perforationssicherheit (das z. B. ein Nagel nicht durchdringen kann) von Sohle und Absatz, Beständigkeit gegen chemische Einflüsse oder Quetschsicherheit durch die Ausrüstung mit Stahlkappen jeder denkbaren Gefahr begegnet.

Als Beispiel für die komplexe Kennzeichnung, die verpflichtend für zulässige Arbeitsschuhe ist, hier nur ein Beispiel:
Die Kennzeichnung nach europäischer Norm erfolgt mit den Buchstaben CE.
Diese muss spezifiziert sein, mit dem entsprechenden Code, z. B. der EN 345:1.
Dann wird der Hersteller (oder sein Beauftragter) genannt, sowie seine fünfstellige Artikelnummer.
Das Herstellungsdatum wird in der Form 01/04 genannt (hier wäre es der Januar 2004). Dann erfolgt die Nennung der Schutzkategorie S3.
So entsteht für den Unternehmer wie für seine Mitarbeiter der Bedarf an sach- und fachkundiger Beratung. Industriebedarfslieferanten mit spezialisierten Abteilungen für Arbeitskleidung und Arbeitsschuhe oder Fachhändler für Berufsbekleidung sind neben Berufsorganisationen und den Beratern kompetente Helfer bei der Produktauswahl. Sie verfügen regelmäßig auch über die aktuellsten Informationen zu Neuerungen und Änderungen seitens der Anbieter.