Sandaletten

Eine Sandalette, schlicht definiert, ist heutzutage die weibliche Form der Sandale. Im Gegensatz zur Sandale insbesondere gekennzeichnet durch den höheren Absatz. Die feminine Betonung zeigt sich zudem in Farben, Verzierungen und der geringeren Breite der Riemchen.


Sandalion, griechisch der Riemenschuh, hat weltweit Geschichte und ist historisch eine der ältesten Schuhformen überhaupt, – eine mit Riemen am Fuß befestigte Sohle. Wobei die Dicke der Sohle durchaus variieren kann, in einigen afrikanischen Kulturen beispielsweise ist der Abstand zum Boden Zeichen der sozialen Stellung, also dicke Sohle, hoher Rang. In der westliche Welt wandelt nicht unbedingt auf jeder Plateausohle eine Dame höheren Ranges.

War dieses Ur-Sandalion mit Holz-, Leder- oder Papyrussohle eine Unisexvariante, so entwickelte sich durch Absatz, schmalere Riemen und Verzierungen die spezielle weibliche Form, die wir heute Sandalette nennen. Wobei erstaunt, dass Modelle in westlichen Kulturen selten Verzierungen des Leders im Boden oder der Riemen zeigen, was hingegen in Afrika, Mittel- und Südamerika und natürlich Indien, oft sehr aufwendig ausgeführt, üblich ist. Mit der allgemeinen Sandale, flach und ohne großen Schnickschnack verbinden sich inzwischen eher Begriffe wie Bequemlichkeit, Sportlichkeit, Baden und Kuren, nicht zu denken an ältere Herren in kurzen Hosen und Socken. Ein Highlight der gemeinen Sandale – die Outdoor- oder Treckingsandale. Die sommerlich luftige Fußbekleidung unterteilt sich in Kategorien, Varianten, Bezeichnungsformen, ganz gleich ob Sandale oder Damensandalette: solche mit Schrägriemen – ursprünglich aus Schwarzafrika, mit Kreuzriemen aus Südamerika, die Zehenpflocksandale aus Indien, die heute modisch unerlässlichen Flip-Flops (korrekt: Zehenstegsandale), aus Ägypten und Japan stammend und die Querriemensandale, bekannt im Zusammenhang mit Gymnastik und Fußbettmassagenoppen. Ob Leder-, Stroh-, Holz-, Kork- oder letztlich Kunststoffsandale – Sandalion ist längst globalisiert. Und hat sogar in westlichen Industrienationen einen politischen Beigeschmack. 68iger-Aktivisten, Hippies, Kernkraftgegner verbinden sich mit Sandalen, abschätzig "Jesuslatschen" – oder die Umweltbewegung und Birkenstock …

Die Damensandalette hingegen erlaubt der Trägerin jede Art von Bewusstsein, Hauptsache kreativ und sie ist absolut gesellschaftsfähig. Sandaletten sind beim sommerlichen Shopping so gut angesagt wie abends in der Oper, an der Strandpromenade so gut wie im Museum. Wie hoch, wie wenig Riemchen oder welches auffällige Design zu welchem Anlass, das muss die Trägerin für sich allein entscheiden, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und dabei spielt ein bisschen soziale Kompetenz eine Rolle. Karriere machen kann die Sandalette auf jeden Fall, sie passt zur Jeans wie zum Kostüm.